Der Tag der Brandenburger Spitzenkandidaten

Linke, CDU und Grüne rüsten sich für Bundestagswahl

Michael Stübgen, MdB, Spitzenkandidat der CDU-Brandenburg zur Bundestagswahl 2013
Michael Stübgen, MdB, Spitzenkandidat der CDU-Brandenburg zur Bundestagswahl 2013
Potsdam. Der Startschuss zum Bundestagswahlkampf ist gefallen. Seit dem Wochenende stehen die Mannschaften fest, mit denen Brandenburgs CDU, Linke und Bündnisgrüne antreten. Alle rechnen sich gute Chancen aus.

"Ab heute verlassen wir den Stand-By-Modus, wir gehen in den Wahlkampfmodus", sagte Michael Schierack aus Cottbus. "Wir krempeln die Ärmel hoch, wir setzen bei der Bundestagswahl auf Sieg, das Rüstzeug dazu haben wir." Für seine Verhältnisse ungewohnt gab sich der Landesvorsitzende der Brandenburger CDU am Samstag in Potsdam-Hermannswerder fast schon etwas kämpferisch. Delegierte aus ganz Brandenburg hatten sich dort im Inselhotel versammelt, um auf der Landesvertreterversammlung der Union die Landesliste für die Bundestagswahl am 22. September zu beschließen. Es wurde eine harmonische Veranstaltung: "Geschlossenheit" war das Wort des Tages bei der CDU. Nicht einmal einen Vormittag brauchte die Partei, um die zuvor vom Landesvorstand einstimmig beschlossene Landesliste aufzustellen – Kampfkandidaturen gab es nicht. Der Lausitzer Bundestagsabgeordnete und Europapolitiker Michael Stübgen tritt als Spitzenkandidat an, die Staatssekretärin im Umweltministerium, Katherina Reiche, errang Platz zwei. Klaus-Peter Schulze, der in Cottbus/Spree-Neiße direkt kandidiert, errang Platz sieben, die Spreewälder Kandidatin Jana Schimke steht auf Listenplatz acht.

Kampf um eine neue Lausitz
Während die Union schon fast mit ihrem Parteitag fertig war, stand die grüne Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt auf der Bühne des Potsdamer Waschhauses. Die Spitzenkandidatin bezog Position gegen das Fracking, für erneuerbare Energien und die Gleichstellung von Homosexuellen: "Was wir brauchen, ist die Öffnung der Ehe für alle." Und während die Landesvorsitzende Annalena Baerbock unangefochten Platz eins der Landesliste holte, war der zweite Platz umkämpft: Ganze acht Bewerber gab es dafür. Da die Grünen 2013 auf ein deutlich besseres Wahlergebnis hoffen dürfen als noch vor fünf Jahren, gibt es in diesem Jahr auch gute Chancen für zwei Abgeordnete aus Brandenburg. Am Ende siegte ein Lausitzer, der Cottbuser Direktkandidat Wolfgang Renner. Er trete an, um sich in Berlin gegen neue Tagebaue einzusetzen, sagte er der RUNDSCHAU. "Der Kampf um eine neue Lausitz hat begonnen."

Genossen eingeschworen
Einige Kilometer weiter südlich, im Kongresshotel am Templiner See, waren zeitgleich die Delegierten der Linkspartei zu ihrer Vertreter- und Vertreterinnenversammlung zusammengekommen. Mit Forderungen nach einer Angleichung der Ostrenten auf Westniveau und einem bundesweiten gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro schwor der Landesvorsitzende Stefan Ludwig, die Genossen auf den Wahlkampf ein. Mit mehr als 95 Prozent der Delegiertenstimmen wählten sie die Bundestagsabgeordnete Diana Golze auf Platz eins der Landesliste. Spannend wurde es erst später: Im Rennen um Platz vier musste sich der Lübbenauer Rechtsanwalt Matthias Mnich dem Falkenseer Harald Petzold geschlagen geben. Platz fünf dagegen gewann die Lausitzer Direktkandidatin Birgit Wöllert gegen die farblos wirkende Barnimer Bundestagsabgeordnete Sabine Stüber. Weiter hinten fanden sich dann weitere Lausitzer Kandidaten – der im LDS-Kreis kandiderende Steffen Kühne errang Platz acht, die aus Byhleguhre stammende Jutta Vogel Platz neun. Und Matthias Mnich kam schließlich auf Platz zehn ins Ziel.

Damit haben nun fast alle Brandenburger Parteien ihre Listen für die Bundestagswahl aufgestellt: Nur die SPD wird erst am 17. April in Wildau ihre Landesliste aufstellen. Benjamin Lassiwe

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